Es herrscht eine allgemeine Begriffsverwirrung, was das „weiße Gold“ in der Zahnmedizin betrifft.
An dieser Stelle möchten wir versuchen etwas Klärung in den Begriffswirrwarr zu bringen.

 

ZIRKONIUMDIOXID
Zirkoniumdioxid (ZrO2) ist nach Zirkon die in der Natur häufigste Verbindung des Elementes Zirkonium. Zirkoniumdioxid findet als keramischer Werkstoff Verwendung. Zirkoniumdioxid ist nichtmagnetisch, gegen Säuren und Alkalilaugen sehr beständig und besitzt eine hohe Widerstandsfähigkeit gegen chemische, thermische und mechanische Einflüsse. Zirkoniumdioxid ZrO2 ist eine Hochleistungskeramik und gehört zu der Gruppe der Oxidkeramik, also ein nichtmetallischer, anorganischer Werkstoff. Als Ausgangsprodukt für die Herstellung von Zirkoniumdioxid wird Zirkon ( Zirkonsilikat ZrSiO4 ) verwendet. Dieser Silikatsand wird durch Wasch-, Reinigungs- und Kalzinierungsprozesse von Verunreinigungen getrennt und in Zirkoniumdioxid überführt. Es wird so ein 99%ig reines Zirkoniumdioxidpulver erhalten. Bei Raumtemperatur ist das Kristallgitter von Zirkoniumdioxid monoklin (Baddeleyit, Zirkonia). Oberhalb von 1170 °C ist es tetragonal. Zirkoniumdioxid lässt sich mit metallischen Oxiden wie z. B. Yttriumoxid (Y2O3) in der tetragonalen Struktur stabilisieren.
In dieser Form findet Zirkoniumdioxid Anwendung in der Medizintechnik.

Zirkondioxid, Zirkonoxid
Fälschlicherweise wird in der Zahnmedizin Zirkoniumdioxid häufig auch als Zirkondioxid oder Zirkonoxid bezeichnet. Als chemische Fachbegriffe sind sie nicht existent, jedoch umgangssprachlich geduldet.

ZIRKONIUM
Ausgangsmaterial ein jeder Verbindung , die das Symbol Zr beinhaltet ( Zirkon, Zirkoniumdioxid, Zirkonia ), ist das Element Zirkonium. Es hat die Ordnungszahl 40), in der Gruppe 4), Periode 5), im Block d) des Periodensystems.
Zirkonium ist ein Schwermetall und gehört zur Serie der Übergangsmetalle. Zirkonium weist eine silbrig- weiße Farbe auf.
Zirkonium wurde nach dem Mineral Zirkon benannt, dass 1789 von Martin Heinrich Klaproth entdeckt wurde.

ZIRKON
Zirkon ist das Ausgangsprodukt für die Produktion von Zirkoniumdioxid. Es ist ein Mineral aus der Gruppe der Silikate, ein Inselsilikat. Die chemische Formel ist ZrSiO4, also ein Silikat des Elementes Zirkonium. Zirkon ist das älteste bekannte Mineral der Erde und eines der am häufigsten vorkommenden Minerale in der Erdkruste. Die natürliche Farbe von Zirkon variiert von farblos, goldgelb, rot bis braun, kann aber auch grün, blau oder schwarz sein. Die Farbe des Pulvers ( Strichfarbe ) ist weiß. Exemplare, die aufgrund ihrer Größe und Reinheit Edelsteinqualität zeigen, sind ein beliebter Ersatz für Diamanten, mit denen sie zuweilen verwechselt werden. Nicht zu verwechseln mit Zirkon ist Zirkonia (Formel: ZrO2, monoklines Zirkoniumdioxid), das ein synthetischer Ersatz für Diamant ist.

Zirkonia
Zirkonia ist eine beliebte Diamantimitation für Schmuck. Ausgangsprodukt für Zirkonia ist das Mineral Zirkon. Es handelt sich um künstlich hergestellte monokline Kristalle aus Zirkoniumdioxid (Baddeleyit).. Aufgrund ihrer Härte von 7-7,5 auf der Mohsschen Härteskala und einem fortgeschrittenen Produktionsprozess, entwickelten sie sich zu hoch-qualitativen, kostengünstigen Schmucksteinen und sind heutzutage ein gefragter Artikel in der Schmuckindustrie. Dabei kostet ein einkarätiger Zirkonia nicht einmal ein Tausendstel dessen, was man für einen gleich großen Brillanten guter Qualität zahlen muss (nur etwa 2 Euro gegenüber ca. 3000 Euro - Stand 2005). Dennoch können auch Experten gute Zirkonia in der Regel nur durch eine Messung des Wärmeleitwerts von Diamanten unterscheiden: während Diamanten nämlich einen besonders hohen Wärmeleitwert besitzen, leiten Zirkonia Wärme besonders schlecht.